Gefahrenfaktor Schimmelpilz

Der Schimmelpilz

In Deutschland gibt es immer mehr Häuser und Wohnungen die unter Schimmelpilzbefall leiden. Der Schimmelpilz ist ein sehr gefährlicher Schadstoff, von dem es viele verschiedene Arten gibt und eine gefährlicher als die andere ist. Der Schimmelpilz bildet sich durch chemische Substanzen, die produziert und freigesetzt werden. Diese weisen einen charakteristischen, moderigen Geruch auf. Weitere Schäden und Nachwirkungen sind z.B. Fäule, sichtbarer und unsichtbarer mikrobieller Bewuchs, chemische Reaktionen des Baumaterials, Verfärbungen und rein mechanische Bauschäden.

Häufige Schimmelpilzspecies:

  • Penicillium
  • Aspergillus
  • Fusarium
  • Cladosporium
  • Alternaria
  • Mucor
  • Rhizopus

Entstehung und Fortpflanzung des Schimmelpilzes

Der Schimmelpilz bildet sich an feuchten Orten, meist in Küche, Bad und Schlafzimmer, diese Räume sind durch ihre Nutzung ein idealer Ort zur Fortpflanzung des Schimmels.

Der Schimmel hat ebenfalls an den folgenden Orten ein leichtes Spiel:

  • Bauliche Wasserschäden, z.B. defekte Rinnen, fehlender Spritzwasserschutz oder defekte Drainage
  • Fehlende oder mangelhafte Sperrschichten zum Erdreich
  • Falsche Wärmedämmung von Außenbauteilen
  • Wärmebrücken, z.B. am Fenstersturz, Balkonplatte aus Beton, ungedämmtes Fallrohr
  • Hohe Luftfeuchtigkeit im Innenraum durch Duschen, Kochen, Waschen, bei gleichzeitiger schlechter Lüftung
  • Feuchtigkeitsabsperrende Innenverkleidung, z.B. Lackanstriche oder Kunststofftapeten
  • Mangelhafte Bauaustrocknung im Neubau

Achtung: Schimmelpilze finden häufig auch in Klimaanlagen ideale Wachstumsbedingungen vor und können dadurch die Raumluft stark belasten.

Auswirkungen auf den Menschen

Mikrobielle Schäden in der Wohnung können auf verschiedene Weise für den Menschen gesundheitsschädlich wirken:

  • Pilzsporen und luftgetragene Keime können Erreger von Pilzerkrankungen (Mykosen) sein. Mykosen durch Schimmelpilze wurden bisher allerdings nur bei immungeschwächten Personen beobachtet.
  • Schimmelpilzbestandteile in Form bestimmter Eiweißkomplexe können allergische Reaktionen (z.B. Rhinitis, Asthma bronchiale, Alveolitis) auslösen.
  • Mykotoxine (z.B. Aflatoxine, Anthrachinone) sind höchstwahrscheinlich Verursacher von unspezifischen gesundheitlichen Problemen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schleimhautreizungen und erhöhte Infektanfälligkeit.
  • Mikrobiologisch produzierte organische Verbindungen (MVOC) verursachen aufgrund ihres moderigen Geruchs ein schlechtes Raumklima. Deren Wirkung auf den menschlichen Organismus ist noch nicht eindeutig geklärt. Sie stehen im Verdacht, unspezifische Störungen, wie Schleimhautreizungen und Kopfschmerzen hervorzurufen. Das akute Gefährdungspotential eines mikroniellen Befalls hängt auch stark von den vorhandenen Pilz- und Bakterienarten ab.

Schimmelbekämpfung

Liegen die Ursachen für erhöhte mikrobielle Belastungen in einem Feuchteschaden, hilft langfristig nur eine bauliche Verbesserung. Nach der Sanierung von defekten Materialien, der Einbringung von Sperrschichten oder der Veränderung des Taupunktes ist eine vollständige Trockenlegung und teilweise auch eine Entfernung belasteter Materialien erforderlich. Ist eine Schimmelpilzbelastung durch falsches Lüftungsverhalten entstanden, muss nach der Entfernung belasteter Materialien (z.B. Tapeten) der Untergrund evtl. behandelt und neu aufgebaut werden. Der Einsatz von chemischen Stoffen (Fungizide) zur Pilztötung scheint oftmals unabwendbar. Aus Sicht der AMBULANZ für Gesundheit und Umwelt bestehen aber erhebliche Bedenken, da Fungizide auch auf den Menschen gesundheitsschädlich wirken können. Zudem führen fungizide Mittel oft nur vorübergehend zur Beseitigung des Pilzschadens und können eine Neubesiedelung bei fehlenden technischen Maßnahmen (Austrocknung) nicht verhindern. Im Notfall sollten unter Beachtung aller Sicherheitsregeln und sonstiger Produkthinweise aufgrund der hohen Wirksamkeit Alkohole oder quartäre Ammoniumverbindungen eingesetzt werden.

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