Fachausdrücke und Fremdwörter

Hier finden Sie Erklärungen zu wichtigen Fachausdrücken und Fremdwörtern im Bereich der Wärmedämmung

Aktive und passive Nutzung von Sonnenenergie

Passive Nutzung
Die Moderne Passive Nutzung der Sonnenenergie beruht sich zum größten Teil auf die Ausrichtung Ihres Hauses, der Architektur, sowie dem überlegten Einsatz von Wärme speichernden und von wärmedämmenden Materialien.

Um ein möglichst selbst erwärmendes Haus zu Bauen müssen verschiedene Grundsteine gelegt werden. So können besonders große südlich ausgelegte Fenster oder Wintergärten einen großen Grundstein legen. Damit diese Wärme aber nicht gleich wieder verloren geht sollte großen Wert auf eine gute Dämmung gelegt werden. So ist es möglich beim Bau von Passivhäusern komplett auf eine "aktive" Heizungsanlage zu verzichten.

Aktive Nutzung
Bei der Modernen Aktiven Nutzung der Sonnenenergie greift man auf Solarkollektoren zurück. Solche Kollektoren nutzen bis zu 70% der Sonnenenergie und wandeln Sie in nutzbare Wärme um.

Mit Hilfe einer solchen Solarthermieanlage kann teilweise auch hier im Sommer ganz auf eine "aktive" Heizungsanlage verzichtet werden. Es sollte aber auch hier auf eine gute Dämmung wert gelegt werden.

Was bedeutet dampfdiffusionsoffen (atmungsaktiv)

Dieser Begriff hat in eine Vielzahl von Fachgebieten Einzug gefunden. Er beschreibt im Sinne der Bauphysik die Eigenschaft eines Baustoffs Feuchtigkeit in eine bestimmte Richtung durchzulassen.

Gut zu erklären ist diese Eigenschaft mit der Imprägnierung von Textilien, die nach erfolgter Behandlung mit Imprägnierstoffen zwar kein Wasser mehr aufnehmen, jedoch Körperschweiß (Wasserdampf) nach Außen durchlassen.

Dasselbe Prinzip gilt für atmungsaktive Außenwände. Wasser sollte von außen nicht nach innen durchdringen, Wasserdampf jedoch sollte von Innen nach außen transportierbar sein. Im Fachjargon bezeichnet man so eine Eigenschaft als diffusionsoffene Membran.

Was ist der Taupunkt?

Vereinfachte Erklärung des Taupunktes
Der Taupunkt ist eine bestimmte Zone im Querschnitt einer Außenwand oder eines Bauteils in der durchdringender Wasserdampf kondensiert.

Durch Ihre Außenwände dringt ständig Wasserdampf von innen nach außen. Dies geschieht aus folgendem Grund: Während der Heizzeit ist die Innentemperatur naturgemäß ständig höher als die Außentemperatur. Warme Luft jedoch kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als die kältere Außenluft. Außerdem ist dadurch bedingt der Innenluftdruck geringfügig (Einige Hektopascal) höher als der Außenluftdruck. Die Natur hat das Bestreben hier einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Luftdrücken zu schaffen. Um noch zu veranschaulichen wie Wasser so einfach durch Wände gelangt, müssen wir noch wissen, dass ein Wasserdampfmolekül etwa um das 10.000-fache kleiner ist als ein Wassermolekül.

Die superkleinen Wasserdampfmoleküle werden jetzt durch den geringen Druckunterschied durch die Fugen der Außenwand "gedrückt". Nun liegt es in der Natur der Sache, dass die Temperatur innerhalb des Wandquerschnittes von Innen nach Außen abnimmt. Auf dem Weg von Innen nach Außen nimmt also auch die Temperatur der Wasserdampfmoleküle in selben Maßen ab. Ab einer bestimmten Temperatur verflüssigt sich der Wasserdampf wieder. Diesen Punkt innerhalb des Querschnitts nennen wir Taupunkt.

Sie können das selber testen indem Sie einmal auf eine kalte Fensterscheibe hauchen. Sofort verflüssigt sich der Wasserdampf Ihres Atems auf der Fensterscheibe. Das ist der Taupunkt.
Warum ist eine Taupunktberechnung für eine Sanierung so wichtig?
Der eben erklärte Taupunkt (Tauwasserausfall) sollte innerhalb des Wandquerschnitts möglichst weit auf der Außenseite liegen. Liegt der Taupunkt zu weit innen, kann dies dazu führen das der Wasserdampf schon im Innenbereich der Außenwand kondensiert und es so zu Schimmelpilzbildung kommen kann. Es gibt über 3000 verschiedene Arten von Pilzen, die sich auf der Wand bilden können. Einige von Ihnen sind gesundheitsschädlich bis hin zu karzinogener Wirkung in Form von Lungenkrebs, durch das Einatmen der Fruchtkörper. Besonders gefährlich ist es, wenn Außenwände von innen gedämmt werden. Bedingt durch die falsche Auswahl der Baustoffe, können sich hier sehr leicht Schimmelpilze bilden. Hier ist ein Tauwassernachweis durch einen zertifizierten Fachmann unerlässlich. Der Tauwassernachweis wird u.a. nach Glaser berechnet (Glaser-Diagramm).

Auch bei einer Außendämmung sollte auf dieses Tauwassernachweis nicht verzichtet werden. Die Dämmstoffstärke sollte so bemessen werden, dass der Taupunkt nach außen verlagert wird. Ausschlaggebend ist hierbei der sog. SD-Wert.

Was ist der SD-Wert (sd wert)?

Wasserdampfdiffussionswiderstandszahl

Der SD-Wert gibt den Widerstand in Metern an, den Wasserdampf braucht ,um einen Meter Luft ohne Widerstand zu durchdringen. Je niedriger der SD-Wert eines Bauteils ist, desto leichter hat es Wasserdampf diesen zu durchdringen. Als Gasdicht gilt ein SD-Wert von über 10.000 Metern.

images_contPics_Dampfdiffusion_Kordinate

Was ist der U-Wert?

Mit diesem Begriff werden Sie auf der Suche nach einem für Sie passendem Fassadensystem sicherlich öfter konfrontiert werden. Wir wollen versuchen, Ihnen den Begriff so einfach wie möglich zu erläutern.

Vorab: Der Begriff K-Wert ist im Zuge der europäischen Harmonisierung von den Begriff U-Wert abgelöst worden. Er bedeutet etwa: "Unit of heat-transmission", was soviel wie "Einheit von Wärmetransport" bedeutet.

Dieser Wert sagt aus, wie viel Energie gemessen in Watt pro qm Bauteilfläche und Grad Temperaturunterschied Innen/Außen verloren geht.

Nicht selten haben unsanierte Außenwände einen U-Wert von 1,7 Watt pro qm je Grad Temperaturunterschied Innen/Außen. Nehmen wir diesen Wert einmal für unseren Erklärungsversuch.

U-Wert Beispiel:

Die Außentemperatur beträgt 3,3 Grad Celsius. Die Innentemperatur in Ihrem Haus beträgt 19 Grad Celsius. Somit beträgt die Temperaturdifferenz Innen/Außen, genannt "Delta Theta 15,7 Grad Kelvin. Unser Beispielhaus hat 120 qm Wohnfläche und 120 qm Wandfläche (ohne Fenster).

Jetzt können wir den U-Wert praktisch veranschaulichen.

Die Rechnung lautet wie folgt: U-Wert = 1,7 Watt/qm * 15,7 Grad Temperaturunterschied bedeutet einen Energieverlust von 26,7 Watt je qm Außenwand. Jetzt multiplizieren wir den Wert 26,7 Watt mit der Wandfläche.

26,7 Watt * 120 qm Wandfläche = 3.204 Watt oder gut 3,2 kW/h

Der Jahresenergieverlust lässt sich ebenfalls anhand einer Faustformel ermitteln.

Es gelten hierbei 185 Heiztage mit 3,3 K durchschnittlicher Außentemperatur.

Wir rechnen wie folgt:

Innentemperatur 19 Grad/ Außen 3,3 Grad = 15,7 K

Mit folgender Rechnung ermitteln wir den Jahresenergieverlust der Außenwände:

U-Wert 1,7 Watt * Temperaturdifferenz 15,7 Grad = 26,7 Watt * 120 m² Wandfläche = 3.204 Watt oder 3,2 kW/h

3,2 kW/h * 24 Stunden * 185 Heiztage = 14.208 kW/h pro Jahr

Dies entspricht etwa 1.400 Liter Heizöl pro Jahr oder 1.400 Kubikmeter Gas.

Wie wird der U-Wert ermittelt?

Anhand der vorgegebenen sog. Bauregelliste werden die sog. Lambda-Werte der einzelnen zu ermittelnden Baustoffe über ein vorgeschriebenes Rechenverfahren ermittelt.

Welchen U-Wert müssen Außenwände nach einer Sanierung haben?

Gem. der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) darf der Energieverlust einer Außenwand nach der Sanierung max. 0,24 W pro qm betragen. (U=0,24 W/m ² K)

Um zu wissen was das für unseren Energieverbrauch für Auswirkungen hat, können wir die eben für den U-Wert 1,7 Watt angenommene Faustformel verwenden.

U-Wert 0,24 Watt * Temperaturdifferenz 15,7 Grad = 3,768 Watt * Wandfläche 120 m ² = 452,16 Watt oder 0,452 kW/h

0,452 kW/h * 24 Stunden * 185 Heiztage = 2.006,88 KW/h pro Jahr

Dies entspricht etwa 201 Liter Heizöl pro Jahr oder 201 Kubikmeter Gas.

Die Einsparung beträgt 12.201 kW/h, was wiederum 1.220 Liter Heizöl oder 1.220 Kubikmeter Gas entspricht.

Was ist eine Tauwasserbilanz?

Bauphysikalisch betrachtet teilt man den "Bilanzzeitraum" für Tauwasser in zwei Zeitzonen ein. Zum einen gibt es die Tauperiode, zum anderen die Verdunstungsperiode. Als Tauperiode bezeichnet man die Zeit innerhalb eines Jahres in der die Außenwand Feuchtigkeit aufnimmt, als Verdunstungsperiode bezeichnet man den Zeitraum innerhalb eines Jahres in der die Außenwand Feuchtigkeit abgeben kann. Die angenommenen Werte für diese Zeiträume sind normiert.

Die Verdunstungsperiode dauert 2160 Stunden pro Jahr bei Innen und Außen gleich bleibenden Temperaturen von 12 ° Celsius. Die Luftfeuchtigkeit wird mit 70% angenommen.

Die Tauperiode dauert 1440 Stunden pro Jahr. Die Luftfeuchtigkeit wird mit Innen 50% und Außen 80% angenommen. Die Innentemperatur beträgt angenommene 20 °, die Außentemperatur -10 ° Celsius.

Für die Tauwasserbilanz werden die Werte für die aufgenommene Menge Wasser und die Werte für das abgegebene Wasser aufgerechnet. Die Tauwasserbilanz ist OK, wenn während der Verdunstungsperiode mehr Wasser verdunstet, als während der Tauperiode abgegeben werden kann. Ansonsten droht Tauwasserausfall und es müssen bei der Bemessung eines Wärmedämmverbundsystems konstruktive Änderungen vorgenommen werden.

Wärmetransportvorgänge

Wärmeleitung

Wärmeleitung ist ein Wärmetransport innerhalb fester, ruhender, flüssiger oder gasförmiger Stoffe. Wärme zu leiten, ist eine Materialeigenschaft. Bei der Wärmeleitung wird keine Materie transportiert, sondern nur Wärmeenergie.

Konvektion (Wärmemitführung)

Der Wärmetransport erfolgt durch Strömung von Flüssigkeiten (z. B. Wasser) oder Gas (z. B. Luft). Bei der Konvektion ist der Wärmetransport immer an einen Materialtransport gebunden, das heißt z. B. Wasser oder Luft nehmen Wärme auf und geben diese an einen anderen Ort wieder ab.

Wärmestrahlung

Der Wärmetransport erfolgt zwischen Körpern, die sich nicht berühren ohne Mitwirkung eines Transportmediums durch elektromagnetische Wellen. Feste Körper, Flüssigkeiten und Gase, dessen Temperaturen über der Umgebungstemperatur liegen geben Wärme durch Wärmestrahlung ab. Die Wärme trifft auf feste Körper oder Flüssigkeiten, die erwärmt werden.